Aram Bartholl
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Papierpixel
light i
nstallation
2005




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Papierpixel ist ein 8 mal 8 Pixel großer Bildschirm, der manuell über ein Lochkartensystem gesteuert wird. Jeder der 64 Pixel auf der 50 mal 50 Zentimeter großen Projektionsfläche an der Vorderseite des Bildschirms wird konstant mit ebenso vielen Glühbirnen von der Rückseite her beleuchtet. Zur Schaltung der einzelnen Pixel wird zwischen der Pixelprojektionsfläche und der Lichtquelle ein mit Löchern vorprogrammierter Papierstreifen durchgezogen. Auf 64 Spuren steuert diese überdimensionale Lochkarte, ob ein Pixel an oder ausgeschaltet wird. Das ansonsten verdeckte Licht der Glühbirnen fällt hierbei durch ein vorher gestanztes Loch im Papierstreifen und erleuchtet den Pixel für kurze Zeit. Damit die 64 Pixel unabhängig von einander angesteuert werden können, sind die Glühbirnen in der Laufrichtung des Papiers in einer Pixelreihe versetzt angeordnet. Die Geschwindigkeit, mit der das programmierte Papier von Hand durch den Bildschirm gezogen wird, bestimmt am Ende die Anzahl der Frames pro Sekundeder betreffenden Filmsequenz.

Als Programmierinterface kommt ein überdimensionaler Lochapparat zum Einsatz, durch die der zu programmierende Papierstreifen gezogen wird. In dem oberen Teil der Sandwichplatte stecken 64 geschärfte Stahlstifte, die, von Hand gedrückt, jeweils ein Loch im Datenträger hinterlassen und von Stahlfedern in Position gehalten werden. Frame für Frame können die gewünschten Pixel aktiviert bzw. das Papier an den entsprechenden Stellen mit den Stahlstiften gelocht werden. Die Länge einer Filmsequenz ist beliebig, wobei z. B. drei Meter Papierstreifen einer Filmsequenz mit 300 Frames entsprechen. Diese drei Meter langen Lochkarte kann zu einem Loop zusammen montiert werden. Längere Sequenzen werden wie beim analogen Film aufgerollt und von der oberen zu unteren Spule gespielt.

Lochkartensyteme zur Verarbeitung und Speicherung von Informationen hat es schon in allen möglichen Varianten und für die unterschiedlichsten Medien gegeben: Von der Steuerung von Webstühlen im 19. Jahrhundert über automatische Orgeln und Klaviere, bis hin zur altbekannten Computerlochkarte von IBM.
Papierpixel greift das über 200 Jahre alte Prinzip noch einmal neu auf: Der gelochte Datenträger wird optisch ausgelesen und ist gleichzeitig Teil des Darstellungsmechanismus. Die in den Löchern gespeicherten visuellen Informationen werden direkt in Licht umgesetzt. Das digitale Prinzip von Null und Eins zeigt sich in der Installation Papierpixel in einer mechanischen und analogen Form.
Das gelochte Papier verfügt zwar über keine besonders große Speicherkapazität, ist dafür aber länger haltbar als die handelsüblichen optischen und magnetischen Speichermedien. Die extra angefertigten Ein- und Ausgabeschnittstellen, das Lochbrett und das Display lassen sich mit einfachen Mitteln reproduzieren. Zum Auslesen des Datenträgers sind auch nicht elektronische Lichtquellen denkbar. Historisch gesehen könnte man von der Erfindung des Bildschirms sprechen, die es aber so nie gab.

Papier Pixel wurde unter anderem ausgestellt bei:

- Ars Electronica 2006 Linz, Dokumentation
- TENT Rotterdam 25.01.-15.03.07, Dokumentation

Links:

Pixel Roller - Ein Traum wird wahr von Random International
Blinkenlights - Das Orginal vom CCC
Blinkenarea - Freunde der blinkenden Objekte.
Loopscape - Runde Sache von Ryota Kuwakubo
SwingUp - Ein Spiel von Olaf Val

Inspired by Blinkenlights & Blinkenarea

Aram Bartholl 2004
www.datenform.de




Papier Pixel bei der Ars Electronica 2006

Neben "Random Screen" und "Silver Cell" habe ich auch Papier Pixel auf der Ars Electronica 2006 in der Brucknerlobby ausgestellt. Die Besucher hatten die Möglichkeit eigene Filmsequenzen an dem Stanzbrett zu programmieren. Das Ergebnis ist am Ende der Filmdokumentation zu sehen.

Movie: Quicktime oder YouTube
Weitere Fotos der Ars Elektronika auf flickr








Weitere Fotos zu der Ausstellung auf flickr.

Papier Pixel bei TENT

Papier Pixel wurde vom 25.01.-15.03.07 im Rahmen der Ausstellung 'Borderline Behavior: drawn towards animation' in der Witte de Witt Straat in Rotterdam bei TENT ausgestellt.

Movie 1 Min: Quicktime oder Youtube
Weitere Fotos zu der Ausstellung auf flickr.

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